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Parkplatz Gauseköte - Illaden- und Runenweg - Räuberhöhle - Barnacken - Forsthaus Nassesand - Kreuzkrug (7,5 km)

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Höhenprofil:

Wanderbericht

Der Samstag beginnt mit strahlend blauem Himmel, aber es ist auch klirrend kalt: -7°! Doch das Wetter ist traumhaft, so beschließe ich spontan, heute die lange geplante Wanderung zur Räuberhöhle im Eggegebirge in Angriff zu nehmen. Meine Windhündin Gipsy schaut ziemlich enttäuscht drein, denn heute darf sie ausnahmsweise mal nicht mit. Zum einen ist es für das zarte Tier viel zu kalt, selbst mit Hundemantel würde sie bei der Distanz irgendwann durchgefroren sein, zum anderen kenne ich die Räuberhöhle auch nur von Beschreibungen her, sie liegt irgendwo in der Nähe des Mordkopfs bei Schlangen und es führt auch kein befestigter Weg zu ihr hinauf. Mit Gipsy an der Leine durch tiefen Schnee und Unterholz zu kriechen habe ich keine Lust. Außerdem möchte ich auch ein paar Fotos machen, was Gipsy üblicherweise gar nicht gefällt - sie müsste dann ja stillstehen...

Schon im Auto ist die Freude auf die vor mir liegende Winterwanderung groß. Ich bin mir sicher, dass oben auf der Egge noch tüchtig Schnee liegt, während in der Umgebung Felder und Wälder gerade mal weiß überzuckert sind. Die Kälte macht mir nichts aus - im Gegenteil - der sonst so matschige Waldboden ist sicher steinhart gefroren, was meiner Unternehmung sehr entgegenkommt.
Bereits auf der B1 Richtung Paderborn merke ich bald, dass ich mich nicht getäuscht habe: Hinter Horn ist der Waldboden weiß und auf den Ästen der Bäume liegt überall dort noch Schnee, wo die Morgensonne noch nicht wärmt.

Ich stelle den Wagen auf dem Parkplatz oberhalb des Kreuzkrugs ab, niemand außer mir parkt hier. Das Außenthermometer im Auto zeigt nun -8° an und im ersten Moment befürchte ich, doch ein wenig zu dünn angezogen zu sein. Mehr als einen dicken Winterpulli und eine Daunenweste habe ich nicht dabei. Doch hoffte ich, dass mir beim Laufen noch warm genug werden würde und so war es dann auch.

 Ich überquere die Gauseköte und tauche in eine märchenhafte Winterlandschaft ein, zumindest für unsere Verhältnisse. Nach wenigen hundert Metern habe ich den Runenweg erreicht. Links führt er zu den Externsteinen, rechts geht es zum Kreuzkrug. Ich wende mich nach links und genieße die kristallklare Luft, da höre ich plötzlich hinter mir ein Motorengeräusch: Ein dunkler Kombi bahnt sich seinen Weg durch den Schnee. Der Fahrer bedankt sich freundlich, als ich beiseite trete und ihn vorbei lasse. "Jagdschutz" steht auf der Windschutzscheibe, ich werde ihm heute noch öfter begegnen.

Es geht eine ganze Weile den Runenweg hinauf, der dann in den Illadenweg übergeht. Beide sind Teil des offiziellen Bäderwegs und der Römerroute. Der Weg wird gesäumt von Fichten in allen Größen, dazwischen recken mächtige Kiefern ihre schneebedeckten Wipfel in den Himmel. Es ist wirklich malerisch. Dann wende ich mich nach rechts, dem Illadenkopf zu. Der Weg führt nun in einer Kurve den Berg hinauf, genauso wie man es mir beschrieben hat. Hier parkt auch wieder der dunkle Kombi und frische Fußspuren sind vor mir im Schnee. Ob sie das gleiche Ziel haben? Wohl kaum, vermutlich werden Hochsitze der Jäger überprüft oder was auch immer. Bald verlasse ich den befestigten Weg und biege nach links ab. Es geht steil einen Hügel hinauf, der hier fast 30 cm hohe Schnee dringt von oben in meine Schuhe. Nach zwei bis dreihundert Metern sollte ich eigentlich oben auf dem Kamm die Räuberhöhle erreichen, aber ich kann weit und breit nichts entdecken! Sollte der Schnee diese Höhle, die in Wirklichkeit eine schluchtartige Gesteinsformation ist, komplett verdeckt haben? Ich laufe einfach weiter, stur immer geradeaus, als wollte ich es erzwingen, die Höhle zu finden. Es geht wieder bergab, ich quere einen weiteren Weg. Sollte ich vorhin zu früh abgebogen sein? Und tatsächlich: Beim Erreichen der nächsten Hügelkuppe liegt sie vor mir in der Sonne - die Räuberhöhle! (Der hier zum Download angebotene GPS-Track weist übrigens den korrekten Weg)

Ich aktiviere das GPS in meinem Handy und speichere die Koordinaten, bevor ich einige Fotos mache. Bizarre Eiszapfen glitzern in der Sonne. Die Schlucht sieht aus, als wäre sie aus überdimensionalen Legosteinen erreichtet und erinnert eher an eine Burg mit Bergfried. Allmählich komme ich auch wieder zu Atem und der Puls beruhigt sich wieder. Das Auf und Ab durch den Schnee hat mich mehr angestrengt, als ich dachte. Ich genieße noch ein paar Minuten die Aura dieses Ortes, der seinerzeit Räubern Schutz geboten haben soll - mehr dazu unter "Wissenswertes". Einige Äste am Grund der Schlucht sind tatsächlich so übereinander geschichtet, als wäre hier ein Lagerfeuer gemacht worden. Jetzt sind sie aber wie alles andere auch von einer Schneeschicht zugedeckt.

Ich mache mich an den Abstieg. Kurz darauf geht es um den über 400 Meter hohen Mordkopf herum, wo ich die Beifahrerin des dunklen Kombis wiedertreffe. Wir unterhalten uns sehr nett, während sie auf ihren Mann wartet. Sie staunt, als ich erzähle, dass ich bei der Räuberhöhle war, denn bei dieser Witterung soll man der Schlucht wohl besser fernbleiben, da es dort sehr steil ist und glatt sein kann. Sicher sollte man trittfest und vorsichtig sein, nicht zuletzt auch wegen möglichen Steinschlags. Aber dennoch würde ich den Besuch der kleinen Schlucht nicht als gefährlich einstufen. Da habe ich schon anderes erlebt. Etwas Kondition braucht man aber schon. Ich verabschiede mich und wandere weiter durch den Barnackensgrund am Forsthaus Nassesand vorbei. Der Himmel hat sich mittlerweise zugezogen und im trüben Licht sieht das Forsthaus schon fast schäbig aus. Früher ging ich immer voll Sehnsucht vorbei, es war immer ein Traum von mir, ein Haus mitten im Wald zu erwerben. Doch inzwischen habe ich mir diesen Traum fast erfüllt, es fehlen nur noch Formalitäten. Vielleicht sehe ich das Forsthaus Nassesand deshalb auch mit anderen - realistischeren - Augen.

Bald habe ich wieder den Runeweg erreicht. Wer hier nach links abbiegt, kommt nach wenigen Minuten am Kreuzkrug an, wo immer eine leckere Mahlzeit, Kaffee und Kuchen oder auch einfach nur ein erfrischendes Bier auf den Wanderer wartet. Ein letztes Mal treffe ich den dunklen Kombi. Ein herzliches "Hallo" und "beim nächsten Mal geben Sie aber einen aus" tönt es aus dem heruntergelassenen Fenster. Wer weiß, vielleicht sieht man sich einmal wieder? Ich kürze diese Runde ab und kehre zum Ausgangspunkt zurück. Meine Schuhe sind inzwischen völlig durchnässt und mir wird allmählich doch kalt. Müde aber zufrieden sinke ich auf den Fahrersitz und starte den Motor. Was für eine schöne Winterwanderung!

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Wissenswertes

In der Nähe des "Alten Postwegs", der lange Zeit eine wichtige Handelsroute zwischen Detmold und Schlangen war, liegt die sogenannte Räuberhöhle, in die sich früher Wegelagerer mit ihrer Beute zurückgezogen haben sollen. Hierbei handelt es sich nicht wirklich um eine Höhle, sondern vielmehr um eine schluchtartige Gesteinsformation, die mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Die Koordinaten lauten N51° 51.509' E8° 53.433'. Doch wer sie besucht, möge sie bitte so verlassen, wie er sie vorgefunden hat. Es handelt sich um einen schützenswerten Ort. Die "Höhle" (Schlucht) ist etwa 30 Meter lang und 6 Meter tief. Die eingrenzenden Felsen bestehen aus dünnen, brüchigen Kalksteinschichten, es besteht Steinschlaggefahr.

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Fotografien

 

Band 1: Winterland

Band 2: Die Rückkehr